Moorburger Gedanken

 

Das Kohlekraftwerk in Moorburg stoppen!

Das Kraftwerk in Hamburg-Moorburg ist eines von 6 geplanten Kohlekraftwerken an der Unterelbe. Das im Bau befindliche 1600 MW starke Modell wird nach Fertigstellung durch die Vattenfall Europe AG den jährlichen CO2-.Ausstoß Hamburgs um 40% oder gut 8 Mio. t CO2 erhöhen (mal angenommen, diese Menge schwebt flächendeckend einen Meter hoch, wären Schleswig-Holstein, Hamburg, Niedersachsen, Hessen und Nordrhein-Westfalen damit bedeckt). Pro Sekunde werden dann 64 Kubikmeter Wasser aus der Elbe entnommen, aufgeheizt und wieder in den Fluss eingeleitet und über 100 Tonnen Fische, Kleintiere und Pflanzen pro Tag angesaugt und abgetötet werden.
 
Pro Jahr 400 Tonnen lungengängiger Feinstaub werden vermehrt zu Herz-Kreislauf-Erkrankungen führen, zu einer erhöhten Rate an Lungenkrebs und allgemeiner Sterblichkeit, warnen Wilhelmsburger Ärzte. Schwefeldioxid, Stickoxide u. a. Stoffe stellen weitere unkalkulierbare gesundheitliche Risiken dar. Die kinderreiche und einkommensschwache Bevölkerung in den am stärksten betroffenen Stadtteilen Wilhelmsburg, Veddel, Rothenburgsort und Billstedt hat bereits jetzt höhere Umweltbelastungen zu tragen, zusätzlich zu den Folgen sozialer Faktoren wie Armut, schlechter Ernährung und geringerer Bildungschancen. Zu befürchten ist ein weiteres Absinken der Lebenserwartung und ein noch größeres Risiko z. B. an Krebs oder Herzinfarkt zu sterben.
 

Was lässt sich über den Konzern sagen, der solches verursachen kann?
 

Vattenfall erpresst die Stadt
In Berlin, wo inzwischen alle Parteien incl. der rot-roten Koalition gegen das geplante KoKW in Lichtenberg sind, ist Vattenfall bereit, verschiedene Alternativen zum Kohlekraftwerk Lichtenberg zu diskutieren, und behauptet kein Kraftwerk gegen den Willen der Bevölkerung errichten zu wollen, obwohl die gesetzlichen Hürden dort viel leichter zu nehmen sind.

Zum Kohlekraftwerk in Moorburg dagegen sieht Vattenfall keine Alternative. Weil es aber auch in Hamburg dagegen erheblichen Widerstand gab, hat Vattenfall ein paar Zugeständnisse gemacht: U. a. ein Gutachten vorgelegt, demzufolge durch das Abschalten alter Kohlekraftwerke insgesamt 2,3 Mio. t CO2 eingespart würden, und sich außerdem verpflichtet, eine CO2-Reduktionstechnologie zu installieren, wenn diese eines Tages technisch durchführbar und wirtschaftlich zu betreiben ist (zunächst ab 2013 vorgesehen, inzwischen verschoben auf 2020). Das Unternehmen hat sich also verpflichtet, damit Geld zu verdienen - oder es gegen eine "Strafzahlung" von 10,5 Mio. Euro zu unterlassen - das entspricht etwa zehn Tagessätzen Gewinn aus der Laufzeit eines großen abgeschriebenen Atomkraftwerkes.

Die Stadt erteilte daraufhin eine vorzeitige Baugenehmigung (keine endgültige) auf Risiko des Betreibers. Als der neue Schwarz-Grüne Senat nach der Wahl 2008 verlauten ließ, eine Genehmigung werde nun ergebnisoffen geprüft, verklagte Vattenfall die Stadt auf Vollziehung der Genehmigung oder Schadenersatz in Milliardenhöhe - u. a. weil die Bauverträge nicht mehr rückgängig gemacht werden könnten: Ein besonders unverblümter Fall des Abwälzens von unternehmerischen Risiken auf die Kommune.

 
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